Neuromorphe Memristoren

Im Gehirn verbinden Synapsen die Nervenzellen miteinander und dienen dazu, Aktionspotentiale zwischen ihnen zu tragen. Dabei handelt es sich um Nachrichten mit sehr geringer Ladung, im Bereich von 80 Millivolt. Der Versuch, Computer für ihre Verbindungen auf ein ähnliches Niveau zu bringen, stellte jedoch eine massive Hürde dar. Es bedeutet, dass Versuche, künstliche Gehirne zu bauen, durch Ineffizienz behindert werden. Eine innovative neue künstliche Synapse könnte aber den Weg zur Schaffung von Computern ebnen, die wie das menschliche Gehirn funktionieren, und möglicherweise eines Tages eine Elektronik ermöglichen, die sich nahtlos in unseren eigenen Cortex integrieren könnte. Das neuromorphe Rechnen zielt darauf ab, elektronische Schaltkreise so zu modellieren, wie biologische Gehirne funktionieren, aber der Versuch, diese Schaltkreise so effizient zu betreiben, wie das, was im menschlichen Schädel wächst, und so zu lernen, wie es Gehirnzellen können, hat sich als schwierig erwiesen, denn eine der größten Herausforderungen sind die Verbindungen.
Nun behauptet ein Team an der Universität von Massachusetts Amherst, eine künstliche Alternative zu biologischen Synapsen gefunden zu haben. Bei ihrer Forschung an Protein-Nanodrähten haben sie ein Design für einen neuromorphen Memristor oder Gedächtnistransistor entwickelt, der bei Spannungspegeln im gleichen Bereich wie das Gehirn arbeitet. Eine Studie zu dieser Technologie wurde in Nature Communications veröffentlicht. Die Protein-Nanodrähte wurden dem Bakterium Geobacter entnommen, das von dem Mikrobiologen und Co-Autor der neuen Studie, Derek Lovely, entwickelt wurde. Diese haben den Vorteil, dass sie in Flüssigkeiten wie Wasser oder Körperflüssigkeiten stabiler sind als Silizium-Nanodrähte. Indem sie Nanodrähte von den Bakterien abscheren, können sie das leitfähige Protein für ihre Experimente nutzen. Dies ist das erste Mal, dass ein Gerät auf dem gleichen Spannungsniveau wie das Gehirn funktionieren könnte.

Kann man Social Bots erkennen?

Programme, die sich auf sozialen Netzwerken als Menschen ausgeben, manipulieren politische Debatten und Wahlkämpfe und werden echten Nutzern immer ähnlicher. Social Bots treten mit Menschen in Kontakt, aber sie erkennen sie nicht, denn Roboter in sozialen Netzwerken, täuschen durch ihre Profile und Beiträge vor, Menschen wie du und ich zu sein. Mit dieser Art von künstlicher Intelligenz lassen sich Kampagnen gegen Unternehmen anzetteln, Börsenkurse steuern, politische Stimmungen schüren, Falschmeldungen und Propaganda verbreiten und damit Wahlergebnisse manipulieren.

Social Bots werden meist als vollständig automatisierte Accounts wahrgenommen, doch oft ist nur ein Teil der Aktivität automatisiert – eben alles, was lästig ist. Die andere Seite ist, Inhalte zu produzieren, und Inhalte so zu produzieren, dass hinterher nicht mehr auffällt, kommt im Zweifel wieder einem Menschen zu, was automatische Erkennungsmethoden extrem erschwert. Der Trend gehe in Richtung dieser Hybridform, wobei es nicht besonders schwer ist, denn der Aufwand dafür ist nicht mehr als drei, vier Tage Entwicklungsarbeit. Die Idee, Bots mit komplexen Fragen, auf die keine adäquate Antwort zurückkommt, zu enttarnen, greift daher unter Umständen zu kurz, denn wenn es ein hybrides System ist, kann man das als Bot-Betreiber einfach umgehen, indem man tatsächlich auch selbst antwortet.


Bots können rasend schnell reagieren, weil sie rund um die Uhr das jeweilige soziale Netzwerk nach den vom Programmierer vorgegeben Schlüsselwörtern oder Hashtags durchsuchen. Es gibt Bots, deren Entwickler versuchen, bekannte Erkennungsmerkmale zu vermeiden, denn einige haben echte Profilbilder, setzen absichtlich nicht zu viele und nicht zu wenige Nachrichten ab, folgen nicht beliebig oder simulieren in ihren Posts sogar menschliche Tagesabläufe, Denkpausen oder Nachtruhe, um nicht aufzufallen. Automatisch lassen sich diese Bots oft nicht zuverlässig erkennen, wobei Prüfseiten wie Botometer (Indiana University) oder Debot (University of New Mexico) oft machtlos sind, die per Mustererkennung arbeiten. Die Die Erkennungsraten liegen bei rund 50 Prozent, wobei nur einfach gestrickte Bots diese Prüfseiten relativ leicht identifizierten. Von der technischen Seite ist es wichtig zu bedenken, dass diese Bots im Prinzip beliebig skalierbar sind, denn wer ein Programm hat, mit dem sich ein Bot steuern lässt, kann damit auch eine ganze Armee von Bots lenken.

In sozialen Netzwerken melden sich immer öfter auch Maschinen zu Wort, wobei Programmierer der Social Bots Diskussionen beeinflussen und Meinungen manipulieren wollen. Bei Twitter waren bis zu 15 Prozent der Accounts automatisch von Computer-Software mit Tweets beschickt. Wenn die Bots nicht ganz plump programmiert sind, sehen viele Bot-Profile auf den ersten Blick wie ganz normale Nutzer aus und die Erkennungsprogramme versagen. Um Bots bei Facebook, Twitter und Co zu enttarnen, sollte man prüfen, wer dem angeblichen Account-Inhaber überhaupt folgt, denn Bot und Bot gesellt sich gern. Hilfreich kann es auch sein, Profilbild und -beschreibung genauer unter die Lupe zu nehmen, wobei ein aus dem Netz kopiertes Foto ebenso verdächtig wie eine fehlende oder sinnlose Profilbeschreibung ist.

Indizien für einen Bot-Account können von Thema, Tenor oder Quellenverweis her immer ähnlich lautende Post sein, denn Bots posten zudem oft sehr viele Inhalte, führen aber kaum Dialoge oder stören solche gezielt, etwa mit Beleidigungen oder Provokationen. Verdächtig sind aber auch seltsamer Satzbau oder wiederkehrende Grammatikfehler.
Verteilt ein Account massenhaft Likes, kann das ein weiteres Indiz für eine Bot-Tätigkeit sein, während mgekehrt Bot-Posts oft kaum Likes oder Kommentare ernten.

Ab einer Zahl von fünfzig Postings pro Tag hat man es wahrscheinlich mit einem Bot zu tun, doch es gibt auch Menschen, die so oft posten. Auf der Suche nach Gewissheit könne man etwa auch schauen, ob der Account einen menschlichen Tag-Nacht-Zyklus verfolgt, doch selbst das reicht nicht immer aus.

Quelle

https://www.com-magazin.de/news/sicherheit/social-bots-schliche-kommen-1248390.html?page=1_automatisierte-meinungsmache-enttarnen (17-08-17)

Mehr Roboter in der Corona-Krise?

Nach einem Bericht der Presse vom 11. April 2020 ist in der Coronakrise die Zeit der Roboter ist gekommen, wobei angeblich Zukunftsforscher wegen der Coronakrise mit einem verstärkten Einsatz in Krankenhäusern, Supermärkten und Laboren rechnen. So weist ein kleiner weiser Roboter die Supermarktkunden in Lindlar zurecht: „Halten Sie zu Ihren Mitmenschen einen Sicherheitsabstand ein“. Natürlich ist es „Pepper“, der Service-Roboter, der im Logo dieses Weblogs mit dem Autor zu finden ist. Es heißt in dem Artikel:

“In der Coronavirus-Pandemie werden Roboter verstärkt dort eingesetzt, wo sie Menschen Arbeiten abnehmen können, bei denen sich diese anstecken könnten. Das ist vor allem in Krankenhäusern, Laboren und Lagern der Fall. „Ich rechne mit einem starken Schub für Dienstleistungsroboter”, sagt Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky. „Die Roboter gibt es alle bereits, aber sie werden jetzt in unseren Alltag rücken.” Zu den größten Anbietern von solchen Service-Robotern weltweit gehört die dänische Firma Blue Ocean Robotics. Ihr Desinfektionsroboter UVD ist in vielen Krankenhäusern rund um den Globus im Einsatz und tötet Krankheitserreger mit ultraviolettem Licht. „Die Nachfrage ist seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie explodiert. Statt eines Wachstums von 400 Prozent erwarten wir nun, dass es noch mal zwei- bis dreimal höher ausfällt”, sagt Blue-Ocean-Mitgründer und -Chef Claus Risager. Er habe die Produktion hochgefahren und stelle monatlich 20 neue Mitarbeiter ein. Risager ist der Meinung, dass das Momentum andauert: „Vor der Krise wurden Roboter als ,nice-to-have’ angesehen, jetzt versteht jeder ihren Wert.” Um davon zu profitieren und andere Umsatzeinbußen auszugleichen, drücken viele Firmen auf die Tube, entwickeln neue Roboter oder passen vorhandene Geräte an neue Anforderungen an. „Wir werden in den nächsten Wochen viele konkrete Anwendungen sehen, in denen Roboter zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt werden”, sagt die Generalsekretärin des Internationalen Roboterverbandes IFR, Susanne Bieller. So entwickelte auch Siemens innerhalb von Wochen einen Desinfektionsroboter. „Die Ideen schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Das hat einiges mit Gründerspirit zu tun”, findet Patrick Schwarzkopf vom Maschinenbau-Verband VDMA. Die Coronakrise, die einerseits für neue Nachfrage sorgt, stellt die Branche andererseits vor große Herausforderungen. „Schon vor der Krise war das Geschäft belastet. Derzeit sind Fertigung und Entwicklung extrem eingeschränkt”, sagt Bieller mit Blick auf den erwarteten Einbruch der Weltwirtschaft, Handelskonflikte und Reisebeschränkungen. Vor Ausbruch der Pandemie rechnete der IFR mit einem Umsatzplus für das Segment der professionellen Serviceroboter von mehr als einem Drittel auf rund 12,6 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro). Nachgefragt werden demnach vor allem Roboter für Logistik, Landwirtschaft – und eben Medizin. In der Krise werden verstärkt Telepräsenzroboter in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt, damit Ärzte und Pfleger weniger direkten Kontakt zu Patienten haben. Andere Roboter messen etwa bei Besuchern die Temperatur. Ganz so weit ist Severin Bobon mit seiner Firma Boka Automation aus Deutschland noch nicht. Er hat eine Art Drive-In für Coronavirus-Tests entwickelt, bei dem ein Roboterarm die Proben entgegennimmt, und hofft nun auf Auftraggeber. „Es gibt keinen zwischenmenschlichen Kontakt, was das Infektionsrisiko auf das Minimalste reduziert”, sagt Bobon.“

Siehe auch Roboter gegen Covid-19.

Quelle

https://www.diepresse.com/5798698/coronakrise-ist-die-ara-der-roboter (20-04-11)