Telepräsenzroboter für chronisch kranke Kinder

Für chronisch erkrankten Kinder, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht dauerhaft die Schule besuchen können, bringen Telepräsenzroboter ein Stück Normalität zurück in ihr Leben. Denn neben den Beschwerlichkeiten durch die körperlichen Einschränkungen ist es bei chronisch kranken Kindern auch die Psyche, die leidet. Oftmals können sie für eine längere Zeit die Schule nicht besuchen und verlieren so Stück für Stück den sozialen Anschluss. Das verstärkte Gefühl von Isolation und Ausgrenzung steigert das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen. Es ist daher gerade für junge Patienten immens wichtig, zu ihren eigenen Bedingungen am Unterricht und den Schulaktivitäten teilnehmen zu können.

Der Telepräsenzroboter AV1 des norwegischen Start-ups “No Isolation” bieten mit seinen Funktionen Kindern eine Form der Teilhabe, die eine Videokonferenz nicht leisten kann. Denn der AV1 lässt sich mittels einer App steuern. Der Kopf des kleinen Roboters mit der eingebauten Kamera ist um 360 Grad schwenkbar. Ein Lautsprecher in der Brust überträgt die Stimme des Nutzers, bei Bedarf senkt der AV1 über die Flüsterfunktion die Lautstärke, so dass nur der Sitznachbar hören kann, was der Nutzer sagt. Umgekehrt hört dieser was um ihn herum passiert und kann auch nonverbal mittels Emotion-Buttons darauf reagieren. Dann zeigen die LED-Augen des AV1 zum Beispiel an, ob der Nutzer glücklich, nachdenklich oder verwirrt ist. Auch über eine Meldefunktion verfügt der AV1 – leuchtet ein weißes Licht am Kopf des Roboters möchte das Kind einen Wortbeitrag abgeben oder eine Frage stellen.

Um den Bedürfnissen der jungen Patienten noch weiter gerecht zu werden, verfügt der AV1 auch über eine Ruhefunktion. Fühlt sich das Kind nicht fit genug, aktiv am Geschehen teilzunehmen, reicht ein Tap in der App und Lehrer und Mitschüler werden mit einem blauen Lichtsignal darüber informiert. Auf ein Display, mit dem ein Videobild des Nutzers übertragen wird, haben die Entwickler dagegen bewusst verzichtet. In Gesprächen mit den Kindern habe sich gezeigt, dass diese von ihren Mitschülern und Lehrern nicht unbedingt in ihrem kranken Zustand gesehen werden möchten.

Quelle

https://www.focus.de/panorama/welt/schul-stellvertreter-fuer-junge-patienten-wenn-der-roboter-die-schulbank-drueckt_id_12589229.html (20-12-09)