Karel Capeks R. U. R.

Die Bezeichnung Roboter stammt aus dem tschechischen Drama „R. U. R.“, das am 25. Jänner 1921 uraufgeführt wurde, wobei Karel Capeks dystopisches Stück zwei Elemente einführte: den Traum einer Gesellschaft, die durch Technologie arbeitsfrei wird, und die gleichzeitige Angst vor Unterdrückung durch diesen Fortschritt. Der Chemiker Rossum hat in jüngster Vergangenheit eine Möglichkeit gefunden, menschenähnliche, aber als Arbeitskräfte „optimierte“ Maschinen herzustellen. Die Nachfolger Rossums, erfolgsverwöhnte leitende Angestellte der Firma, sind mit der steigenden Nachfrage nach ihren Robotern sichtlich zufrieden. Die Roboter, zu Millionen in der auf einer Insel abgeschotteten Fabrik produziert, lernen problemlos Sprachen, eigenen sich enzyklopädisches Wissen an und dienen den Menschen widerspruchslos als Arbeitskräfte. Sie schaffen damit Wohlstand und sozialen Frieden. Helena, die Tochter eines wichtigen Geschäftspartners, besucht die Produktionsstätte, um mehr über den faszinierenden Fortschritt zu erfahren. Helena allerdings will die Roboter zur Durchsetzung ihrer Rechte motivieren, doch als sie erfährt, dass die Roboter keine Gefühle haben, weder Schmerz noch Freude empfinden können, noch eine Persönlichkeit ausprägen, beginnt sie vor den Robotern gleichzeitig Angst und für diese Mitleid zu empfinden. Sie bleibt auf der Insel und bringt Dr. Gall, den wissenschaftlichen Leiter der Firma im Lauf der Jahre dazu, damit zu experimentieren, den Robotern Gefühle zuzugestehen. Kaum haben die Roboter Persönlichkeit, erheben sie sich zur Revolution. Die Menschheit kann mit der neu gewonnenen Freiheit nicht umgehen, sie setzt die Roboter als Soldaten ein und verliert in ihrem kollektiven Wohlstand selbst die Fähigkeit sich fortzupflanzen. Kaum haben die Roboter durch Galls Experimente eine Persönlichkeit, beginnen sie die Menschen zu verachten und beherrschen zu wollen. Es kommt zur unausweichlichen Revolution. Der Sieg der Roboter führt aber zur Katastrophe: Alle Menschen, mit Ausnahme des Arbeiters Alquist werden getötet, er soll den Robotern dienen. Doch auch für die Roboter – die neue herrschende Klasse – endet ihr Sieg mit einer Katastrophe, denn sie sind für zwanzig Jahre Nutzungsdauer konzipiert. Da ihnen die Aufzeichnungen des Chemikers Rossum – das streng gehütete Betriebsgeheimnis der getöteten leitenden Angestellten – fehlen, können sie keine neuen Roboter mehr produzieren. Auch Alquist, den die Roboter wegen des Geheimnisses beknien, kennt es nicht. Zuletzt entdeckt der lebensmüde letzte Mensch, dass zwei der Roboter nicht nur Gefühle haben, sondern zum heimlichen Paar geworden sind – androide Adam und Eva für eine neue Zivilisation.

Quelle

https://orf.at/stories/3197959/ (21-01-23)