Emotionalität von Robotern

Der menschliche Sinn für soziale Interaktionen ist unglaublich entwickelt. Bereits als Baby lernt man, um Aufmerksamkeit zu bitten. So ist es wohl richtig, KI als künstliche Sozialagenten zu bilden. Das macht den Umgang einfacher: Statt Befehle einzutippen, spricht man sie aus. Doch: Was ist zu sozial in einem Roboter? Menschen wollen nicht von Robotern manipuliert werden. Sie wollen sicher sein, dass sie sich von Menschen unterscheiden, dass sie keine Gefühle haben, dass sie nicht meine Gefühle haben. Zumindest im Moment hat KI kein Bewusstsein. Das ist wichtig. Ein neues Paper: Ein Roboter interagiert mit Menschen in einem Arbeitsszenario – und zeigt ein paar Emotionen. Macht jemand einen Fehler, motiviert der Roboter: «Schade, aber es ist okay. Du kannst es erneut probieren.» (Singt fast) Er reagiert also nicht mit: «Wie konntest du das tun!» (Herablassend) Man untersucht auch Tonlagen, männliche und weibliche Stimmen. Was es bedeutet, wenn Roboter ein Geschlecht haben? Menschen projizieren oft ihre Gefühle, Einstellungen und Vorurteile auf Roboter. Von einem Roboter mit weiblicher Stimme erwarten sie mehr emotionale Intelligenz als von einem Roboter mit männlicher Stimme,obwohl beide identisch sind und gleiche Fähigkeiten haben. Im Vergleich zu anderen Arten haben Menschen wahrscheinlich das höchstentwickelte Gefühlsleben. Und deren Gefühle treiben mehr Entscheidungen voran, als sie zugeben. Deshalb wollen sie Maschinen, die psychologische Prozesse verstehen.

Quelle: Meia Chita-Tegmark, Psychologin und Philosophin,  am Worldwebforum 2019 in Zürich