Roboter als Hilfswissenschaftler

Warum Psychologen überhaupt Roboter erforschen? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe: Stellen Sie sich erstens ein Experiment zur sozialen Interaktion vor. Man möchte mehr über die Prozesse erfahren, die dem menschlichen Sozialverhalten zu Grunde liegen. In der Vergangenheit haben viele Studien der sozialen Neurowissenschaften ihren Versuchspersonen Bilder und Videos von Personen gezeigt. Die Wissenschaftler erhielten so ein hohes Maß an experimenteller Kontrolle über die Stimuli und alle Versuchspersonen wurden genau den gleichen Experimentalbedingungen ausgesetzt. Aber woher wissen wir, dass die Beobachtung einer Interaktion zu der gleichen Reaktion führt, wie ein echter zwischenmenschlicher Austausch?

Hier kommt die ökologische Validität ins Spiel. Anders gesagt, Wissenschaftler möchten eben diese realen Phänomene erfassen, und machen sich Gedanken darüber ob die Resultate ihrer Experimente auch in einen alltäglichen Kontext übersetzt werden können. Oft muss man Kompromisse eingehen zwischen experimenteller Kontrolle und ökologischer Validität. Roboter bieten einen Ausweg aus diesem Dilemma: Als Hilfswissenschaftler, der sein Verhalten jedes Mal genau wiederholen wird, wie beim ersten Mal – und der niemals müde wird (es sei denn die Motoren überhitzen). Mit anderen Worten: Man kann nun Experimente planen die ökologisch valide sind und zugleich sehr genau kontrolliert werden können.

Der zweite Grund der für Roboter in psychologischen Experimenten spricht: Sie erlauben uns, Fragen zu der Flexibilität unseres „sozialen Gehirns“ zu beantworten. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Roboter aus den Fabriken in die Häuser der Menschen gezogen. Ob in Form von Amazons Alexa, als Spielzeug im Kinderzimmer oder bei Begegnungen wie etwa mit humanoiden Robotern am Münchner Flughafen. Das Potenzial ist enorm – fast jeder Lebensbereich und -phase könnte von einer helfenden Roboterhand profitieren. Ein Problem besteht jedoch weiterhin: die meisten kommerziell erwerblichen Roboter haben nur sehr begrenzte „social skills“.

Quelle

https://uofgpgrblog.com/pgrblog/2019/3/12/my-robotic-research-assistant (19-12-05)

Unterschied Mensch und Computer

Der Mensch neigt dazu, technischen Gegenständen oder damit verbundenen Algorithmen mehr Kapazitäten, ja menschliche Fähigkeiten wie Intelligenz zuzuschreiben, doch hinter Computern oder Big Data steht keine Intelligenz, das alles sind nur Statistiken, die auch ein Mensch mit extrem viel Zeit errechnen könnte, da Computer eben sehr gut darin sind, große Datenmengen zu verarbeiten.

Doch diese Fähigkeiten kann ein Computer nur in gut definierten oder simulierten Umwelten einsetzen, hinter denen natürlich immer ein menschliches Gehirn steht, sodass letztlich ein Computer völlig anders funktioniert als ein menschliches Gehirn. Das liegt vor allem daran, dass das menschliche Gehirn sowohl analog als auch digital ist, denn der Mensch lernt bekanntlich dadurch, dass neue Verbindungen zwischen Nervenzellen entstehen, und das unterscheidet das Gehirn jedoch fundamental von allen derzeit gängigen AI-Netzwerken, in denen Informationen mehr oder minder nur weitergereicht werden.

Das menschliche Gehirn ist darüber hinaus auch multipolar, d. h., dass jede Nervenzelle jede andere beeinflussen kann. Für AI-Netzwerke wäre z. B. komplexes Weltwissen notwendig, um dann überhaupt Entscheidungen treffen zu können, doch das ist extrem schwer zu automatisieren, sodass Kreativität und Problemlösung noch immer jene menschliche Stärke sind, die ein Computer wohl nie erreichen wird.