Sensorik Mensch und Maschine

Die Forschung arbeitet an der sensorischen Kommunikation zwischen Mensch und Maschine, wie etwa bei der flauschigen und lernfähigen Roboter-Robbe Paro. Der in Japan entwickelte Therapie-Roboter verfügt über Tastsensoren und reagiert auf Berührung. In der Altenpflege wird Paro bereits zur Behandlung von Demenzpatienten eingesetzt. Elisabeth André, Professorin für Multimodale Mensch-Technik in Augsburg, sagt dazu: „Wenn es den Leuten guttut, und es tut ihnen nachweislich gut, dann denke ich, ist das ein sehr gutes Mittel. Niemand regt sich auf, wenn ich zum Beispiel jemandem ein Stofftier in den Arm lege und derjenige sich drüber freut. Der einzige Unterschied zu dieser Robbe ist, dass die Robbe auf Berührung reagiert, also sie ist interaktiv. Sie hat bessere Kommunikationsfähigkeiten als ein normales Plüschtier.“ Jedoch ist der Weg zur authentischen sensorischen Interaktion zwischen Mensch und Maschine noch sehr weit, denn Untersuchungen zeigen, dass ein Roboter bisher nicht in der Lage ist, von biosensorischen Parametern wie Herzschlag, Leitfähigkeit der Haut, Temperatur und Vibrationen auf die Gefühlslage eines Menschen zurückzuschließen, d. h., das Spektrum der menschlichen Sensorik können Maschinen bisher nicht imitieren.

Literatur

https://www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell.675.de.html (19-02-27)

Emotionalität von Robotern

Der menschliche Sinn für soziale Interaktionen ist unglaublich entwickelt. Bereits als Baby lernt man, um Aufmerksamkeit zu bitten. So ist es wohl richtig, KI als künstliche Sozialagenten zu bilden. Das macht den Umgang einfacher: Statt Befehle einzutippen, spricht man sie aus. Doch: Was ist zu sozial in einem Roboter? Menschen wollen nicht von Robotern manipuliert werden. Sie wollen sicher sein, dass sie sich von Menschen unterscheiden, dass sie keine Gefühle haben, dass sie nicht meine Gefühle haben. Zumindest im Moment hat KI kein Bewusstsein. Das ist wichtig. Ein neues Paper: Ein Roboter interagiert mit Menschen in einem Arbeitsszenario – und zeigt ein paar Emotionen. Macht jemand einen Fehler, motiviert der Roboter: «Schade, aber es ist okay. Du kannst es erneut probieren.» (Singt fast) Er reagiert also nicht mit: «Wie konntest du das tun!» (Herablassend) Man untersucht auch Tonlagen, männliche und weibliche Stimmen. Was es bedeutet, wenn Roboter ein Geschlecht haben? Menschen projizieren oft ihre Gefühle, Einstellungen und Vorurteile auf Roboter. Von einem Roboter mit weiblicher Stimme erwarten sie mehr emotionale Intelligenz als von einem Roboter mit männlicher Stimme,obwohl beide identisch sind und gleiche Fähigkeiten haben. Im Vergleich zu anderen Arten haben Menschen wahrscheinlich das höchstentwickelte Gefühlsleben. Und deren Gefühle treiben mehr Entscheidungen voran, als sie zugeben. Deshalb wollen sie Maschinen, die psychologische Prozesse verstehen.

Quelle: Meia Chita-Tegmark, Psychologin und Philosophin,  am Worldwebforum 2019 in Zürich